Adolph Kolping – sein Leben und Wirken, Wirkungen auf Heute

Treffpunkt Geschichte - Kunst- und Heimatverein Wiederitzsch e. V.

Es spricht Norbert Grellmann (Regionalsekretär Ost des Kolpingwerkes)

Die Veranstaltung findet am

    Mittwoch, 11. März 2015, 19.00 Uhr
    in den Räumen des ASG Sachsen, Niederlassung Leipzig
    (ehemaliges Kolping Haus Wiederitzsch),
    Seehausener Straße 27, 04158 Wiederitzsch

statt.

Der Verein bittet um eine Voranmeldung bis zum 9. März unter der Telefonnummer 0341/5254-0.

Hintergrundinformationen Adolph Kolping und sein Bezug zu Wiederitzsch

Adolph Kolping
Adolph Kolping

Adolph Kolping ( geboren 1813 in Kerpen bei Köln, gestorben 1865 Köln). Der Kaplan wurde zum Gesellenvater. Gelernter Schuhmacher, arbeitete zunächst in diesem Beruf seinem Heimatort. 1845 wurde er katholischer Geistlicher, blieb aber dem Handwerk verbunden. Als Kaplan in Elberfeld gründete er 1856 den ersten „Katholischen Gesellenverein“. Sein Ziel war es, sich der religiösen wie auch der fachlichen Erziehung des Handwerkerstandes anzunehmen. Aus den entstehenden Vereinen entwickelten sich später die „Kolpingfamilie“ und das „Kolpingwerk“ zur religiösen Erziehung sowie zur sozialen, beruflichen, politischen und musischen Bildung. Kolping starb als Domvikar in Köln.

Sowohl in der Zeit des Nationalsozialismus als auch in der DDR unterlag das Wirken der Kolpingfamilie und des Kolpingwerkes vielfältigen Einschränkungen und konzentrierte sich vor allem auf den innerkirchlichen Bereich.

Nach der Wende beginnt 1991 das Kolpingbildungswerk in Baracken auf dem Gelände des ehemaligen Holzveredlungswerkes Wiederitzsch mit der Ausbildung von Jugendlichen in unterschiedlichen Berufen. Im Laufe der folgenden Jahre werden in Zusammenarbeit mit dem Arbeitsamt auch Unterstützung für benachteiligte Jugendliche bzw. Hilfen zur individuellen Förderung angeboten. Gegen Ende der neunziger Jahre entsteht auf dem Gelände an Stelle der Holzbaracken ein modernes Bauensemble, das sich nicht nur zu einem Bildungszentrum ent-wickelt, sondern auch Wohneinheiten für Familien und Senioren und vielfältige soziale Dienstleistungen umfasst. Im Juni 1999 weiht der Dresdner katholische Bischof Joachim Reinelt den beeindruckenden Bau als Stätte für Bildung, Wohnen und Gemeinschaft ein. Einen solchen Dreiklang hat bereits Adolph Kolping im Sinn gehabt, als er vor über 150 Jahren die ersten Gesellenhäuser gründete.

Nach der Insolvenz des Kolping-Bildungswerkes führt bis heute die ASG – Anerkannte Schulgesellschaft Sachsen mbH, Niederlassung Leipzig, den Bildungsbetrieb weiter. Schulleitung und Mitarbeiter fühlen sich auch weiterhin dem Vermächtnis von Adolph Kolping verbunden.

Nach der Veranstaltung: Wiederitzsch setzt A. Kolpings Werk erfolgreich fort

Unser „Treffpunkt Geschichte“ im März fand nicht zufällig in den Räumen der Anerkannten Schulgesellschaft Sachsen mbH (ASG), in der Seehausener Straße 27, statt. Dieses moderne Gebäude wurde 1999 als Bildungszentrum des Kolpingwerkes, vom ehemaligen katholischen Bischof Reinelt eingeweiht.

Vorstandsmitglied Herr Gunter Waßmann organisierte und eröffnete diese Veranstaltung, in deren Mittelpunkt das Leben und Wirken Adolph Kolpings stand.

Vor 150 Jahren verstarb der katholische Geistliche und Publizist, der sich als ehemaliger Schuhmacher das große Ziel gesetzt hatte, die Handwerksburschen in ihrer Wanderzeit ganzheitlich zu bilden. Im häuslichen Umfeld der Handwerksmeister war das allerdings kaum möglich.

So verbrachten die jungen Gesellen ihre Freizeit meistens in Wirtshäusern oder in kleinen, ärmlich eingerichteten Kämmerchen. Nicht nur das Lied „Es, es, es … ist ein harter Schluss“ erzählt von den wenig zufriedenstellenden Lehr- und Wanderjahren. Kolpings Idee bestand darin, die jungen Männer in dieser Zeit in separaten Häusern unterzubringen, in denen sie beten, arbeiten
und lernen konnten. Herr Grellmann (Regionalsekretär Ost des Kolpingwerkes), der Hauptreferent des Abends, sprach über die vielen Verdienste Adolph Kolpings, des „Vaters“ der Gesellenvereine, die unbedingt Würdigung erfahren sollen.

„Hilfe zur Selbsthilfe“ ermöglichte er durch die Einrichtung vereinsinterner Kranken-, Spar- und Hilfskassen sowie durch Arbeitsvermittlung. Es ist gut, dass dieser wunderbare Gedanke nicht nur in den katholischen Kolpingfamilien weiterlebt.

Dass auch hier in Wiederitzsch, nach der Insolvenz des Kolping-Bildungswerkes, durch die ASG Kolpings Weg fortgeführt wird, verdanken wir u. a. dem jetzigen Leiter dieser Einrichtung, Herrn Michel, aber auch im Besonderen schon seiner Vorgängerin Frau Kosche, die es hervorragend verstand, auch konfessionslosen jungen Menschen berufliche Orientierung sowie Lebenshilfe zu vermitteln und ihnen notfalls den Unterschied zwischen Konfektion und Konfession liebe- und verständnisvoll erläuterte …

Der Verein durfte an diesem Abend Herrn Pfarrer B. Kosmala, Mitglieder der katholischen Gemeinde „St. Gabriel“ und interessierte Bürger begrüßen. Zum Schluss sei unbedingt noch zu erwähnen, dass die Oberschule Wiederitzsch ganz wichtige berufsorientierende Kontakte mit dem ehemaligen Kolping-Bildungswerk, der heutigen ASG, pflegt. Allen, die zum Gelingen dieser interessanten Abendveranstaltung beigetragen haben, sei im Namen der Anwesenden und besonders des Kunst-und Heimatvereins, herzlich gedankt.
A. Braun, Pressewart
Kunst- und Heimatverein Wiederitzsch e. V.

Über Thomas Wagner 475 Artikel
Thomas Wagner ist der Gründer des Stadtteilmagazin "Wiederitzsch im Blick" und Ansprechpartner für alle Belange rund um dieses Magazin.

1 Kommentar

  1. Guten Tag,
    wir finden “ Wiederitzsch im Blick“ ganz toll. Vor allen Dingen die Fotos:
    “ Wo bin ich „. Machen Sie weiter so. Wir schauen uns gerne Ihre Seiten an.

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