Am 30.01.2016 gab es den „Bürgerspaziergang“ zur „Neuen Mitte Wiederitzsch“. Seit dem ist viel Wasser die Rietzschke hinuntergeflossen. Und was ist passiert?

Aus einem Projekt, das zunächst nach vorbildlicher Bürgerbeteiligung aussah, ist eines geworden, bei dem die Stadtverwaltung Leipzig, genauer gesagt das VTA, alles tut – nur nicht das, was die Bürger sich wünschen.
Seit 2019 blockiert das VTA, und auch der frühere Ortschaftsrat hat bisher keinen Weg gefunden, das VTA dazu zu bewegen, die Anliegen der Wiederitzscher zu berücksichtigen.
Wie ist der aktuelle Stand?
Im Januar 2024 fand im Rahmen der Ortschaftsratssitzung ein Treffen mit Frau Dr. Jennicke und dem Amtsleiter des VTA, Herrn Jana, statt.
Seit 2019 beteuert Herr Jana – auch diesmal im Januar –, dass er keine Bauvariante umsetzen werde, die in Wiederitzsch auf Ablehnung stößt. Leider wird aber auch keine der gewünschten Versionen umgesetzt. Immerhin konnte er, fünf Jahre nach der Ablehnung der vom VTA bevorzugten Variante, einen aktuellen Stand präsentieren.
Die aktuelle Version konzentriert sich auf den Abschnitt der Karl-Marx-Straße bis zur Seehausener Straße (Ost- und Westseite) sowie auf die Kreuzungsbereiche Podelwitzer Straße und Schmiedegasse.
Bereich Karl-Marx-Straße bis Seehausener Straße
Es ist lediglich eine Neugestaltung der Gehwegbereiche geplant, die unter anderem die Installation von Fahrradbügeln, die Umgestaltung der Freiflächen und den Umbau der Bushaltestellen umfasst. In den Gehwegbereichen werden neue Bäume gepflanzt und überflüssige Flächen entsiegelt.
Eine Änderung der Fahrbahn, insbesondere der Parksituation, ist nicht vorgesehen. PKWs sollen weiterhin auf der Straße parken.
Für den Radverkehr ist auch auf der stadteinwärts führenden Strecke ein 2 Meter breiter Schutzstreifen geplant, sodass auf der gesamten Strecke beidseitig durchgehende Schutzstreifen für Radfahrer vorhanden sein werden.

Bereich Kreuzung Schmiedegasse
Hier soll die aktuelle Sperrfläche durch Begrünung und 5 Stellflächen umgestaltet werden.

Bereich Kreuzung Podelwitzer Straße
Die Stentzlerstraße soll als „Grundstückszufahrt“ zur Podelwitzer Straße umgestaltet werden, um die derzeitige Doppeleinmündung in die Delitzscher Landstraße zu entschärfen. Die Flächen werden durch Pflanzbeete und Bäume ansprechender gestaltet.
Aktuelle Kostenschätzung
Das VTA geht in der aktuellen Planung von ca. knapp einer Million Euro für die Maßnahmen aus.
Dabei fallen auf die Schmiedegasse 170.000 Euro, auf die Podelwitzer Straße 200.000 Euro und für den Bereich zwischen Karl-Marx-Straße und Seehausener Straße werden 650.000 Euro veranschlagt.
Wie geht es weiter?
Der Ortschaftsrat hat in der aktuellen Planung konkrete Punkte angesprochen. So wurde der Nutzen von reinen Schutzstreifen in Frage gestellt, und auch zur Gestaltung der Bushaltestellen gab es Nachfragen. Diese sollten eigentlich innerhalb von 14 Tagen durch das VTA beantwortet werden.
Leider bleibt das VTA auch hier wieder Antworten schuldig, und die Planungen schreiten entweder gar nicht oder nur hinter verschlossenen Türen voran.
Es wird eine wichtige Aufgabe des neuen Ortschaftsrates sein, proaktiv Druck auf das VTA auszuüben, um regelmäßig aktuelle Sachstände zu erhalten. Zumal es auch um die veranschlagten Gelder aus dem Nordraumkonzept geht, die sonst verfallen und anderweitig genutzt werden könnten.
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