Treffpunkt Geschichte 120. Todestag von Ulrike von Levetzow und 270. Geburtstag von Johann Wolfgang von Goethe

Der Kunst- und Heimatverein Wiederitzsch e.V. führt am Sonnabend, dem 16. November 2019, 15.00 Uhr in Neuen Saal, Zur Schule 10a in 04158 Wiederitzsch eine literarisch-musikalische Veranstaltung durch. Sie ist dem 270. Geburtstag von Johann Wolfgang von Goethe und dem 120. Todestag von Ulrike von Levetzow gewidmet.

Logo: Kunst- und Heimatverein Wiederitzsch e.V.

Geschichtlicher Hintergrund

1821 lernte der damals 72-jährige Johann Wolfgang von Goethe während eine Kuraufenthalts im böhmischen Marienbad die erst 17-jährige Ulrike von Levetzow kennen. Diese stammte durch ihre Mutter aus dem Adelsgeschlecht derer von Brösigke, die vom Beginn des 17. Jahr-hunderts bis 1796 Herren auf Gut Breitenfeld waren. Damit waren sie zugleich die Patronat- und Gerichtsherren der beiden Dörfer Groß- und Kleinwiederitzsch.

1823 trafen Goethe und Ulrike, er 74-jährig, sie 19-jährig, in Marienbad bzw. Karlsbad wie-der aufeinander. Goethe war in tiefer Liebe zu dem jungen Mädchen entbrannt und ließ ihr über den Großherzog von Sachsen-Weimer, der zur gleichen Zeit in Marienbad weilte, einen Heiratsantrag machen. Ulrikes Mutter lehnte letztlich ab. Goethe, tief betroffen von der Absa-ge, reiste wenige Tage später ab und kehrte nie wieder nach Böhmen zurück. Auf der Rück-reise nach Weimar entstand die berühmte „Karlsbader Elegie“. Ulrike von Levetzow zog mit ihrer Mutter auf das Gut Trebivlice in der Nähe von Lovositz, das dem Grafen von Klebels-berg gehörte. Die Mutter heiratete nach langer Wartezeit den Grafen. Nach dessen Tod und dem Tod ihrer Mutter wurde die unverheiratet gebliebene Ulrike von Levetzow Alleinerbin von Gut Trebivlice, das sie bis zu ihrem Tod 1899 tatkräftig und umsichtig leitete. Ulrike bewahrte bis an ihr Lebensende ein ehrendes Gedenken an den großen Dichter.

Über das Verhältnis Johann Wolfgang von Goethe und Ulrike von Levetzow ist seit den 1820-er Jahren bis auf den heutigen Tag sehr viel geschrieben worden.

Ehrendes Gedenken

Initiiert von Professor Dr. Joachim Müller, bis zu seinem Tod 2007 zweiter Vorsitzender des Kunst- und Heimatvereins, wurden seit 1999 immer enger werdende, schließlich partner-schaftliche Beziehungen zu Trebivlice entwickelt. Sie finden ihren Ausdruck in regelmäßi-gen gegenseitigen Besuchen, in Veranstaltungen zu Ulrike und Goethe in Wiederitzsch und Trebivlice, in Kranzniederlegungen am Mausoleum der Ulrike in Trebivlice, im Pflanzen eines Kugel-Gingko-Baumes im Schlosspark von Trebivlice, in Auftritten des Kinderchores und des Gemischten Chores Trebivlice in Wiederitzsch, in Publikationen, Vorträgen in Wiederitzsch und Trebivlice und vielen weiteren Aktivitäten.

Die Veranstaltung

Die Veranstaltung am Sonnabend, dem 16. November 2019,  wird vom Kunst- und Heimat-verein Wiederitzsch e. V. durchgeführt. Weitere Partner sind die Oberschule Wiederitzsch mit Schülerinnen und Schülern unter Leitung von Vereinsmitglied und Lehrerin Angelika Braun und das Streichquartett „Crazy Harmony“ der Musikschule „Johann Sebastian Bach“ Leipzig, die von Vereinsmitglied Doris Linde betreut werden.

Zugesagt hat Frau Markéta Meißnerová, Generalkonsulin der Republik Tschechien in Dres-den mit Familie. Eingeladen sind jeweils Vertreter aus dem uns partnerschaftlich verbundenen Trebivlice und aus dem erzgebirgischen Grünhain-Beierfeld.

Die Schülerinnen und Schüler der Oberschule werden insgesamt zehn Texte von Johann Wolfgang von Goethe und Ulrike von Levetzow sowie von Zeitzeugen vortragen, die sich mit den Ereignissen der Jahre 1821-1823 und späteren Zeiten beschäftigen. Die jungen Musiker des Streichquartetts „Crazy Harmonie“ werden drei Stücke mit Musik des 19. Jahrhunderts spielen.

Gunter Waßmann, Vorstandsmitglied des Kunst- und Heimatvereins, wird überleitende Worte zu den einzelnen Lesetexten sprechen, um den Zuhöreren jeweils eine Orientierung zur Zeit oder zu den Personen zu geben.

Programm zur Veranstaltung 120. Todestag von Ulrike von Levetzow und 270. Geburtstag von Johann Wolfgang von Goethe am 16. November 2019

Begrüßung Prof. Gudrun Franke
1. Vorsitzende Kunst- und Heimatverein Wiederitzsch
Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)
Quartett Nr. 5 in F-Dur, KV 158
2. Satz Andante, un poco Allegretto
Streichquartett
„Crazy Harmony“
Musikschule J. S. Bach Leipzig
Beiträge 1 bis 5 Schülerinnen und Schüler
Oberschule Wiederitzsch
Dmitri Schostakowitsch (1906-1975)
Streichquartett Nr. 8
2. Satz, Allegro molto
Streichquartett
„Crazy Harmony“
Musikschule J. S. Bach Leipzig
Beiträge 6 bis 10 Schülerinnen und Schüler
Oberschule Wiederitzsch
Friedrich Gernsheim (1839-1916)
Streichquartett Nr. 2 in A-Moll Op.31
3. Satz Molto vivace ed energico-Meno mossdo
Streichquartett
„Crazy Harmony“
Musikschule J. S. Bach Leipzig
Überleitende Worte zwischen den Beiträgen 1 bis 10 Gunter Waßmann
Vorstandsmitglied Kunst- und Heimatverein Wiederitzsch

Im Anschluss besteht bei einem kleinen Imbiss und Getränken die Möglichkeit zu zwanglosen Gesprächen

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