Gelände des alten Flughafens in Leipzig-Mockau wird Asylsuchenden Unterkunft bieten

Diese dienen der Aufnahme von Flüchtlingen der Erstaufnahme des Freistaates Sachsen. Es ist geplant, das erste Zelt mit bis zu 200 Personen ab Sonnabend, 17. Oktober 2015, zu belegen. Bis zum 20. Oktober soll die volle Kapazität zur Verfügung stehen.

Derzeit laufen parallel die Vorbereitungen für die Betreuung und Versorgung der Asylsuchenden.

Hintergrund dieser erweiterten Notunterbringung in Leipzig ist der unverändert hohe Zustrom von Asylbewerbern nach Sachsen. Die augenblicklich verfügbaren Kapazitäten der Erstaufnahmeeinrichtung sind nahezu ausgelastet und für die kommenden Monate kann nicht mit einem spürbaren Rückgang der der eintreffenden Asylsuchenden gerechnet werden. Zur Vermeidung von Obdachlosigkeit nimmt die Landesdirektion Sachsen daher diese Liegenschaft in Leipzig in Anspruch.

Bis Ende September hat der Freistaat Sachsen im laufenden Jahr bereits 27.500 Asylbewerber neu aufgenommen, im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 3800. In den letzten Wochen hat sich die Dynamik des Zugangs noch einmal deutlich erhöht. Allein im September sind etwa 8.000 neue Asylbewerber nach Sachsen gekommen. Die Erstaufnahmeeinrichtung ist derzeit mit rund 13.000 Asylbewerbern belegt.

Auf der Karte der Asylunterkünfte in Leipzig ist es schon ergänzt.

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Über Thomas Wagner 505 Artikel
Thomas Wagner ist der Gründer des Stadtteilmagazin "Wiederitzsch im Blick" und Ansprechpartner für alle Belange rund um dieses Magazin.

20 Kommentare

  1. Es ist eine Schande, was aus unserem Leipzig und Deutschland gemacht wird-ohne Volksabstimmung!! Dafür sind wir nicht 1989 auf die Straße gegangen!!!
    Warum wird der Norden/Nordosten von Leipzig mit diesem Volk/Pa.. so vollgestopft?? Markkleeberg ist doch auch ein toller Standort!!

    • 1. Aus unserem Leipzig/ Deutschland wird nix gemacht. Hier werden Flüchtlinge aufgenommen und diese werden (so der Staat/Verwaltung in die Gänge kommt) gemäß geltendem Recht behandelt.

      2. 1989 sind die DDR Bürger auf die Straße gegangen, weil diese eine andere offen DDR haben wollten. Sie wollten die Mauern um sich herum loswerden und keine neuen Mauern bauen. Auch nicht an anderen Grenzen.

      3. Wo die Standorte hinkommen, ist aktuell rein situativ. Das Land nimmt sich die Objekte die da sind. Und der Norden hat nun mal mehr leere Gewerbeflächen zur Verfügung als andere Orte. Darüber hinaus sind Chemnitz, Dresden und Leipzig als EAE Standorte festgelegt.

      4. In Deutschland darf übrigens jeder Bürger den langen Weg einer Volksentscheidung gehen. Dies ist im Grundgesetz Artikel 29 festgelegt.

      In Sachsen gibt es dann Volksentscheid. Diese Volksgesetzgebung ist gleichrangig neben die Gesetzgebung durch den Landtag. Und eine Volksentscheid geht vom Volk aus. Also muss uns die Regierung nicht nach einem Volksentscheid fragen. Es hindert Sie also niemand, sich dieses Themas anzunehmen.

  2. Sehr geehrter Wagner – vielen Dank für Ihre zeitnahen sachlichen Informationen zum Thema Unterkünfte für Bleibe-Suchende aus vieler „Gottes „- Länder!
    Ihr Political-correctness-Sprech zu den hin und wieder sehr „schmucklos“ ausgelegten Kommentaren ist nun beispielgebend – und ordnet Sie ein in gefühlte 100- Tausende „Weiterleiter-Journalisten“. Das ist dann auch der Übergang: Zu den Demonstrierenden von 1989 sollten Sie sich zutiefst belesen und unterhalten bei/mit einer originalen ostdeutschen Generation, welche gut 10 Jahre älter ist als Sie! Freundlicher Gruß.

    • Ich habe mich sehr intensiv mit dieser Zeit beschäftigt. Durch meine Eltern. Deren Freunde und Verwandte. Durch gesellschaftliches Engagement. Durch schulische und politische Bildung. Und schlicht und ergreifen, weil ich 1989 selber mit meinen Eltern über den Ring gelaufen bin.

  3. Sehr geehrter Herr Wagner,

    Ihr Engagement für diese Info-Seite ist anzuerkennen. Dennoch ist der erste Kommentar von „FREU“ nachvollziehbar und nicht wenige Menschen in Leipzig bzw. in ganz Deutschland denken ähnlich. Ihre Antwort, dass Deutschland mit sogenannten „Flüchtlingen“ vollgestopft wird „gemäß geltendem Recht“ kann man so nicht stehen lassen. Hier wird massiv gegen geltendes Recht verstoßen. Vielleicht lesen Sie zunächst den Artikel 16 a im Grundgesetz. Abgesehen davon finde ich das ständige Vergleichen mit 1989 absolut unsinnig. Wir waren ein Volk, durch den Krieg zwangsweise aufgeteilt, dazu seit jeher Europäer, mit christlichen Werten aufgewachsen, sprechen dieselbe Sprache und wir ehemaligen DDR-Bürger haben sogar unser eigenes Land mitgebracht. Also eine vollkommen andere Situation als wir sie heute haben: völlig fremde, vornehmlich männliche Menschen aus einem anderen (muslimischen) Kulturkreis, meistens ohne Pass oder sonstigen Legitimationspapieren, aufgewachsen in archaischen Strukturen wo Probleme nicht demokratisch, sondern mit der Faust gelöst werden. Von dem dazugehörigen Frauenbild ganz zu schweigen. Das und die täglichen Meldungen über diverse gewalttätigen Ausschreitungen in den Lagern(bis hin zu Mord, wie jetzt erst wieder am Wochenende), lässt nur noch die Wenigsten „Hurra“ schreien.

    • Grundsätzlich geht es hier nicht um „Hurra“ oder ähnliches. Sondern um die Bewältigung einer Krise, die nicht nur Deutschland, sondern ganz Europa, Asien und Afrika betrifft. Die Flüchtlinge sind hier und sie werden weiter her kommen. Hier hilft nur Pragmatismus. Hilfe hier und (vor allem) Hilft vor Ort um die Gründ für die Flüchtlingsströme zu unterbinden.

      Darüber hinaus muss der Staat wieder Handlungsfähig werden. Mehr Polizei. Mehr Lehrer. Mehr Betreuer. Und dann ist dies für einen reichen Kontinent und ein reiches Land Deutschland zu schaffen. Zum Thema Asylrecht möchte ich schlicht auf die Menschenrechtscharta der Vereinigten Nationen (welche Deutschland auch unterschrieben hat) verweisen.

      Und ich finde es immer Schade, dass die Situationen in den großen Lagern als Bild für die gesamte Kultur genommen werden.

  4. Sehr geehrter Herr Wagner,

    danke für Ihre Antwort. Es freut mich sehr, dass Sie sich mit der DDR-BÜRGER- BEWEGUNG ab/in 1989 so intensiv befasst haben und befassen. Offensichtlich gibt es heute schon über diese junge Geschichte unterschiedliche Reflexionen (in Literatur und persönlicher Erzählweise aufgrund verschiedener Sozialisierungen). Anders kann ich mir Ihre stark (und hier: falsch) verkürzte Antwort in dieser Hinsicht auf „freu“ nicht erklären. Eine, welche bis heute meine Gedanken und das Ansinnen vieler (ehemaliger) Zeitgenossen teilt, ist diese Frau: http://www.vera-lengsfeld.de/home.php.. Viele Grüße.

    • Der Gründungsappell von „Aufbruch 89 – Neues Forum“ macht eindeutig klar, dass es um das Mitgestalten in der DDR geht!

      „(…) eine politische Plattform für die ganze DDR, die es Menschen aus allen Berufen, Lebenskreisen, Parteien und Gruppen möglich macht, sich an der Diskussion und Bearbeitung notwendiger lebenswichtiger Gesellschaftsprobleme in unserem Land zu beteiligen.“

      Das diese Thema dann ganz schnell in Richtung einer Wiedervereinigung gedrängt wurde, ist Tatsache, aber nicht erklärtes Ziel.

    • Deutschland ist ein reiches Land sagen Sie. Komisch, wenn es um deutsche Kindergärten, Schulen oder allgemein um die Bedürfnisse unsere deutschen Kinder ging, war nie etwas von dem unglaublichem Reichtum zu sehen. Für nichts war Geld da. Nicht mal für die Renovierung von Klassenzimmern, das durften die Eltern der Kinder an Wochenenden „for free“ selbst machen. Ich bin der Letzte, der einem Menschen in Not nicht helfen würde, aber Ihren Optimismus in allen Ehren, diese Völkerwanderung werden wir nicht mit „Mehr Polizei. Mehr Lehrer. Mehr Betreuer..“ bewältigen. Auch wenn Sie jetzt vielleicht noch den Kopf schütteln, aber früher oder später wird man um die militärische Lösung an den Außengrenzen Europas nicht herumkommen.

      • Es braucht eine Lösung in den Ländern! Nicht an unseren Grenzen. Wenn ich gerade heute lese, das die Rüstungsexporte Deutschlands neue Rekorde erreicht, brauchen wir uns nicht wundern.

        Und ja. Wir sind und bleiben ein reiches Land. Das der Staat seine Mittel verteilt und das oft nicht effizient und mit Weitsicht tut, ist eine Tatsache. Aber zumindest haben wir Schulen, in die unsere Kinder gehen können.

        Und zum Thema Völkerwanderung. Schon während des Kosovo-Krieg hatten wir einen großen Flüchlingsstrom hier her. Und an den kann sich kam noch einer erinnern. Ich denke immer noch, dass die Situation schaffbar ist.

        Und zwar nur gemeinsam. Damit meine ich nicht nur uns Deutsche. Ganz Europa, Amerika, Russland, Asien, Afrika. Alle müssen mitwirken. Aber so lange Russland in Syrien für Assad die Bomben wirft und die Amerikaner die Bomben gegen Assad, wird das nichts werden und wir müssen weiter mit Flüchtlingen rechnen.

  5. Guten Abend, Herr Wagner: lassen Sie lieber Ihre liebgemeinten Kommentare: Sie zeugen in jeder Hinsicht lediglich von einem „gewissen Halbwissen“ und von Dominanz einer im wesentlichen beduselten Einstellung, welche mit der harten Realität wenig zu tun hat – und zu tun haben wird. Das habe ich manchmal auch (zum Bsp. beim Thema Erderwärmung, bei Fragen zur Aufarbeitung der Deutschen Geschichte von 1933 – 1948); dann halte ich mich im Diskussionsbereich allerdings entschieden zurück.
    Etwas anderes: wieviel „Asylbewerber“ ziehen denn nun am ehemaligen Flughafen Mockau in die Winterzeltstadt: 200 oder 1.000 oder mehr? Was wird an der neuen Messe geschehen? Baut man da zusätzlich alternativ? Was ist mit einer Informationsveranstaltung, wie sie Romy schon nachfragte?

    • Hallo Frau Baum,

      ich sehe, unsere Meinungen und unsere Vorbildung in Sachen ’89 gehen weit auseinander. Und ich erkenne gerade an Ihrer Wortwahl, dass eine weiter Diskussion zu dem Thema nicht weiter führt.

      Zu Ihren anderen Fragen, kann ich nur (wie alle anderen Medien) mitteilen was die Landesregierung mitteilt. Ihre Fragen zu den Winterzelten auf dem ehemaligen Flughafen ist allerdings schon im Artikel beantwortet. Es werden 4 Zelte mit Kapazität für bis zu 200 Personen pro Zelt.

      Eine Anfrage zu einer Informationsveranstaltung ist bisher unbeantwortet.

  6. Hallo Herr Wagner,

    ich denke, man kann über diese Thematik sicher lange diskutieren. Wir haben beide unterschiedliche Meinungen zur aktuellen Situation und das akzeptiere ich. Aber ein’s noch.. Sie schreiben:

    „Aber so lange Russland in Syrien für Assad die Bomben wirft und die Amerikaner die Bomben gegen Assad, wird das nichts werden und WIR müssen weiter mit Flüchtlingen rechnen.“

    Warum müssen WIR Europäer (insbesondere WIR Deutschen) den Scherbenhaufen, den Russen und Amerikaner zu verantworten haben zusammenkehren?? Beide Verantwortlichen haben unglaublich viel Landmasse und Platz für Millionen „Flüchtlinge“.. Denken Sie drüber nach 😉

    • Das ist ganz einfach. Weil die Flüchtlinge HIER sind. Weil WIR mit die größten Waffenlieferanten sind. Weil WIR in der Aussenpolitik seit Jahren die Augen zu machen. Weil unser Wohlstand auf der Ausbeutung anderer Völker beruht.

      Und nur weil die Amerikaner und die Russen nicht helfen, helfen wir auch nicht? Was für eine Einstellung ist das denn?

  7. „Ganz einfach.. weil die Flüchtlinge HIER sind..“ Aha.. also ganz einfach.. Sorry, aber so sehr ich Sie respektiere Herr Wagner, aber ab hier ist jede weitere Diskussion sinnlos. Die sogenannten „Flüchtlinge“ sind nicht einfach hier. Hilfe bis zur Selbstaufgabe nennt man sowas. Fehlt nur noch der Hinweis auf unsere Vergangenheit 😉 Belassen wir es dabei. Wir, also auch Sie werden sehen wie sich Wiederitzsch und unser ganzes Land verändern wird durch diese linke selbstzerstörerische Politik. Auf die späteren Argumente, wie das alles passieren konnte freue ich mich schon jetzt!

  8. Auf zwei benachbarten Grundstücken westlich des ehemaligen Quellestandortes in Leipzig-Mockau wird mit der Vorbereitung zur Errichtung von 30 Leichtbauhallen für die Unterbringung von Asylsuchenden begonnen. Diese sollen zum 18. Dezember 2015 bezugsbereit sein. Jede der Hallen wird Platz für bis zu 50 Personen bieten.

    https://www.wiederitzsch-im-blick.de/weiteres-gelaende-in-leipzig-mockau-wird-fuer-die-unterbringung-von-asylsuchenden-vorbereitet/

  9. Sehr geehrter Herr Wagner,
    bitte denken Sie einmal realistisch darüber nach, ob es sich bei den Immigranten wirklich um Flüchtlinge handelt, denen das Asylrecht nach unserem GG zusteht. Dazu gibt es im aktuellen FOCUS vom 17.10. (ich hoffe nicht, dass Sie diese Zeitschrift auch als unseriös qualifizieren) auch einen interessanten Artikel von Rupert Scholz, der Verfassungsrechtler ist und auch mal Bundesverteidigungsminister war. Danach stellt das Asylrecht ausschließliches Individualrecht und kein Kollektivrecht ganzer Bevölkerungsgruppen und damit keinen Einwanderungstatbestand dar. Ist man denn noch Flüchtling im Sinne aktueller Gefährdung, wenn man bereits mehrere europäische Länder durchquert hat? Oder geht es ausschließlich um Wirtschaftsmigration? Im Übrigen meint Herr Scholz, dass der Staat die Verantwortung hat, die nationale Identität zu schützen. Und diese Verantwortung wiegt deutlich schwerer als das Asylrecht! Ob dieser Schutz künftig, ohne eine Änderung der derzeitigen politischen Einstellung, noch möglich sein wird halte ich für fraglich. Oder sind Sie der Meinung unsere nationale Identität ist keineswegs gefährdet? Dann lesen Sie den FOCUS weiter, was der Entwicklungsforscher Heiner Rinderman, der bereits für herausragende Beiträge in der Wissenschaft ausgezeichnet wurde, dazu vorhersagt: „Wie man bei den Hugenotten und der Familie de Maizière beobachten kann, sind die Auswirkungen einer vor 300 Jahren getroffenen weisen Entscheidung bis heute zu erkennen. Die einer unweisen werden es umso mehr sein.“

    • Ich finde solche theoretischen Abhandlungen immer wieder sehr spannend. Leider gehen diese eben an der tatsächlich zu findenden Realität vorbei. Ich persönlich habe auch keine schnelle Lösung für diesen Zustrom. Aber bisher haben alle Grenzzäune in allen Zeitaltern bewiesen, dass sie keine Lösung sind.

      Und ja. Asylrecht ist ein Individualrecht. Darum muß jeder einzeln kommendes Asylsuchende gleich behandelt werden und sein Recht geprüft werden. Diese Methode ist aber eben nicht für solche Mengen konzipiert. Hier ist die aktuelle Verwaltung/ Politik gefragt.

      Und nein, nach geltendem Recht müssten die Staaten, wo der Flüchtling das erste mal europäischen Boden berührt, registriert werden. Das passiert aber gerade nicht. Mit der Realität, dass die Flüchtlinge eben weiter laufen. Dort hin, wo sie denken, dass es ihnen am besten geht. Und scheinbar sind Massenunterkünfte, die man sich mit 2000 anderen teilt, besser als den Rest.

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