20-Minuten-Takt für die Linie 87 in Wiederitzsch?

Keine Chance bei der Stadt Leipzig!

Haltestelle Linie 87 Wiederitzsch

Die Busse der Linie 87 fahren aktuell nur im Stundentakt. Dies verhindert eine attraktive Anbindung von Teilen Wiederitzsch an den restlichen ÖPNV in Wiederitzsch und ganz Leipzig. Eine Chance auf Änderung war der Antrag des Ortschaftsrat im Juli 2014.

Im Juli 2014 haben die 2 Stadträte Jens Herrmann-Kambach und William Grosser für den Ortschaftsrat Wiederitzsch einen Antrag zur „Einführung des 20-Minuten-Taktes auf der Linie 87 im Bereich des Ortsteils Wiederitzsch“ (Antrag Nr. V/A 564 vom 03.07.2014) eingereicht.

Ziel des Antrages ist es, den Takt der Buslinie 87 zwischen Autohaus Wiederitzsch-Nord und Martinshöhe montags bis freitags im 20-Minuten-Takt, ansonsten im 30-Minuten-Takt, fahren zu lassen, da durch die aktuelle Taktzeit von einer Stunde die Anbindung großer Teile der Wohnquartiere Martinshöhe oder Kleinwiederitzsch (z.B. Thymianweg) an den Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) nur schlecht gegeben ist.

Der Antrag wurde auf Grund des im Nahverkehrsplan der Stadt Leipzig verankerten Grundsatz der Erschließung von Wohngebieten gestellt. Im Vergleich mit anderen Ortsteilen hängt hier Wiederitzsch in der Attraktivität des ÖPNV zurück.

Nun ist der Verwaltungsstandpunkt des zuständigen Dezernat Stadtentwicklung und Bau veröffentlicht (Verwaltungsstandpunkt Nr. A-00056/14-VSP-001)

Der Standpunkt des Dezernat Stadtentwicklung und Bau: Ablehnung!

Da sich nicht nur in Wiederitzsch die Einwohnerzahlen positiv entwickeln, sondern in ganz Leipzig, kann erst mit der nächsten Fortschreibung des Nahverkehrsplan (NVP) geprüft werden ob Wiederitzsch ein schlecht erschlossenes Gebiet ist.

Schon im NVP aus dem Jahr 2006/2007 sind Kleinwiederitzsch und die Martinshöhe schon als schlecht erschlossene Gebiete definiert und erreichen nicht die Mindeststandards des ÖPNV in Leipzig.

Warum eine Takterhöhung laut Stadt Leipzig nicht sinnvoll ist?

  • Weite Teile der Anwohner in Kleinwiederitzsch haben mehr als 300m Weg bis zur Bushaltestelle
  • die Haltestellen der Straßenbahnen Linie 16 und 4 werden direkt angelaufen
  • Bike&Ride wird gut genutzt
  • Keine finanziellen Mittel der Stadt Leipzig vorhanden

Ok. Lassen wir uns das auf der Zunge zergehen:
Der Weg zu den Busshaltestellen ist zu weit.
Der Weg zur Straßenbahn ist noch weiter (Teilweise über 1,5km).

Weil für viele der Weg zur Bushaltestelle sehr weit ist und der Bus nur 1x die Stunde kommt, „lohnt“ sich eben der Fußweg oder die Nutzung des Fahrrads. Diese Lauf- und Fahrradfahrleistung der Wiederitzscher als positiven Grund für die Ablehnung der Taktdichte zu nehmen ist schon ein wenig frech. Hier wird Ursache und Wirkung mit Absicht vertauscht!

Ich hoffe, dass der neu gewählte Ortschaftsrat an diesem Thema bleibt und es zu einer Prüfung der Haltestellen, der Linienführung, der Nachfrage und der Taktung kommt!

Was ist Eure Meinung?

Über Thomas Wagner 468 Artikel
Thomas Wagner ist der Gründer des Stadtteilmagazin "Wiederitzsch im Blick" und Ansprechpartner für alle Belange rund um dieses Magazin.

9 Kommentare

  1. Wir haben ein ähnliches Problem. Bei uns gehen die Busse zu den „Arbeitszeiten“ zwar noch (40-60 Minuten-Takt in den Hauptzeiten Morgens und Abends), aber am Wochenende oder auch später am Abend geht nur eigenes Auto oder Taxi. Und wenn ich ein Auto haben muss, fahr ich eben nicht Bus. Was die Stadt zum Anlass nimmt, die Fahrzeiten eher noch mehr einzuschränken als auszuweiten. Da beißt sich die Katze in den Schwanz.
    P.S.: Wir haben NUR Bus. Keine S- oder Straßenbahn.

  2. Die misslichen ÖPNV Verhältnisse an der Peripherie von Leipzig haben nicht zuletzt ihre Ursache in der verfehlten Politik der vergangenen Landespolitik. Die Zweckentfremdung der ÖPNV-Fördermittel des Bundes zur „Haushaltsanierung“ des Freistaates, anstelle diese bestimmungsgemäß den Verkehrsverbünden zu zuführen, wird die neue Landesregierung hoffentlich ein Ende bereiten. Unverständllich auch das der Bund sich diese Zweckentfremdung „gefallen“ läßt.

  3. Leider wurde gestern Abend der Antrag 20 Minuten Takt Linie 87 durch fast alle Stadträte mit Ausnahme der Fraktion DIE LINKE abgelehnt. Auch die beiden Mitglieder des Ortschaftsrates Wiederitzsch, welche gleichzeitig den Stadtrat angehören, lehnten ab. Schade, noch am Dienstag Abend gab es im Fachausschuss Stadtentwicklung und Bau mehrheitlich eine Zustimmung.

  4. Wenn „Fraktionsdisziplin“ über den Sachverstand und Bürgerinteresse triumphiert
    ist Hopfen und Malz verloren. Und das kurz nach der Ortschaftsrats- und Stadtratswahl läßt nur den Schluß zu, das hier bewusst auf die Vergesslichkeit der Wähler spekuliert wird. Dem lässt sich aber abhelfen u.a. durch das Archiv von Wiederitzsch-im- Blick.de.

  5. Ich bin ganz froh drüber. Als Anwohner der Bahnhofstraße will ich mir einen 20 Minutentakt gar nicht vorstellen. Alle 10 Minuten rumpelt dann einer der alten, lauten Busse über die kaputte Fahrbahn. Neben Zug und Fluglärm wäre das nicht mehr zu ertragen.

  6. Es ist schade, dass für mich als naher Anlieger der Bahnhofstr. nicht nur der „Alte Bahnhof“ nicht mehr genutzt wird, sondern dass auch zwischen 9:00 und 10:00 Uhr kein Bus Nr. 87 Richtung Wiederitzsch-Nord nicht fährt. Der Bus in der Gegenrichtung fährt unterdessen.

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