Ein Gymnasium kommt nach Wiederitzsch

Trotz Widerstand aus Reihen der SPD und der Neuprüfung des Standorts in Wiederitzsch kommt auch ein Gymnasium an den neuen Schulstandort Messeallee auf dem ehemaligen Gelände des Holzveredelungswerk.

Bebauungsplans Nummer E-139 "VHW – ehemaliges Holzveredelungswerk"
Bebauungsplans Nummer E-139 „VHW – ehemaliges Holzveredelungswerk“
© Kartengrundlage: Amt für Geoinformation und Bodenordnung

Widerstand für den Schulstandort in Wiederitzsch gab es aus unerwarteter Ecke. Der Lindenthaler Ortschaftsrat und Stadtrat für die SPD Andreas Geisler sprach sich gegen den Schulstandort aus

Zwei weiterführende Schulen so nah an die Neue Messe zu bauen, wo es keinerlei Bauplätze oder Bauentwicklung mehr gibt und wo ringsum durch Sachsenpark, Messe, Bundesstraße, Autobahn und Gewerbeflächen kein Wohnungsbau zu erwarten ist und wo es keine tangentialen Buslinien gibt, ist WahnsinnAndreas Geisler, SPD

Mit den Buslinien mag er vielleicht nicht ganz falsch liegen. Aber der ÖPNV funktioniert im ganzen Leipziger Norden nicht sehr gut. Und eine Bündelung von Schülern und eine Nähe zu besucherstarken Zielen erhöht eher den Druck auf die LVB, endlich die Buslinie 87 neu zu überdenken.

Vielleicht hat Geisler ja nur Angst, dass seine Lindenthaler Schüler nicht gut nach Wiederitzsch kommen. Aber auch da kann es Abhilfe durch das Nordraumkonzept geben. Hier steht ja immer noch der Radweg nach Lindenthal aus. 

Aktueller Sachstand – Das Gymnasium kommt nach Wiederitzsch

Für den Neubau eines Gymnasium im Norden von Leipzig wurden nochmals mehrere potentielle Standort überprüft. Am ursprünglichen Ergebnis ändert sich nichts. 

Aufgrund des Ergebnisses der Prüfung potenzieller Schulstandorte im Planungsraum Nord sowie des dringenden Bedarfs an zusätzlichen Kapazitäten bereits für das Jahr 2020/2021, soll der Standort Messe-Allee als Standort für eine Oberschule sowie für ein Gymnasium weiterverfolgt werden. Andere Standorte stehen für eine solche zeitnahe Realisierung nicht zur VerfügungPrüfauftrag BP2, VI-DS-05899-NF-21

Schon der Schulentwicklungsplan (Fortschreibung 2016) zeigt den Bedarf für ein 5-zügigen Gymnasiums mit 3-Feld-Sporthalle nördlich des Zentrums aus.

Mit der aktuellen Prognose des Amtes für Jugend, Familie und Bildung wird deutlich, dass im Leipziger Norden ein Gymnasium bis 2020/2021 zu errichten ist.

Welche Standorte wurden geprüft?

Schon 2016 wurden 3 Standorte (A, B, C) geprüft und der Standort C an der Messe-Allee als der am besten geeignete Standort ermittelt. Im Rahmen der Neuprüfung 2018 wurden nochmals Standorte auf ihre Eignung geprüft.

Mögliche Schulstandorte im Leipziger Norden
(c) Stadt Leipzig
Mögliche Schulstandorte im Leipziger Norden
(c) Stadt Leipzig

Neben dem Standort Messe-Allee sind grundsätzlich auch die Flächen Max-Liebermann-/ Bremer Straße (H) sowie der Freiladebahnhof Eutritzsch und Hauptbahnhof Westseite geeignete Standort.

Diese Flächen befinden sich aktuell alle noch in den Planverfahren und werden für weiter Schulstandorte entwickelt. Auf Grund der Dringlichkeit eignen sich diese Standorte aber nicht für den Zeithorizont 2020/2021.

Durch die SPD-Abgeordneten des Stadtrat wurden noch weitere Flächen ins Spiel gebracht. Es wurden Flächen an der Landsberger Straße eingereicht. Dies betrifft zum einen eine Fläche etwas nördlich der Straßenbahnwendeschleife (D), zum anderen eine Fläche direkt neben der Wendeschleife der Straßenbahnlinie 4 (E). Beide Flächen sind nicht für ein Gymnasium geeignet.

Übersicht der geprüften Standortalternativen
Neubau eines 5-zügigen Gymnasiums im Leipziger Norden
(c) Stadt Leipzig

Übersicht der geprüften Standortalternativen 
Neubau eines 5-zügigen Gymnasiums im Leipziger Norden
(c) Stadt Leipzig

Nun sollte dem Neubau der Oberschule und dem Neubau eines Gymnasium nichts mehr im Weg stehen. 

Über Thomas Wagner 439 Artikel
Thomas Wagner ist der Gründer des Stadtteilmagazin "Wiederitzsch im Blick" und Ansprechpartner für alle Belange rund um dieses Magazin.

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