Ergebnisse der Informationsveranstaltung der Landesdirektion zur geplanten Nutzung des Bundeswehrkrankenhaus in Wiederitzsch

Ergebnisse der Informationsveranstaltung der Landesdirektion zur geplanten Nutzung des Bundeswehrkrankenhaus in Wiederitzsch

Heute 19 Uhr hatte die Landesdirektion Dresden in das Haus Auensee eingeladen. Pünktlich 19 Uhr konnte mit einem vollen Saal gestartet werden. Und knapp 3h später verkündete ein sichtbar erschöpfter Moderator den genauso erschöpften Wiederitzschern das Ende der Veranstaltung mit dem Versprechen, dass es einen weitern Termin geben wird, wenn die temporäre Erstaufnahmeeinrichtung kommt!

Fazit

In den nächsten Tagen werde ich hier die Veranstaltung Revue passieren lassen, aber für das Fazit habe ich (hoffentlich) noch die nötiger Konzentration:

  • Es sind noch keine Verträge unterschrieben!
    • Die aktuellen Verhandlungen mit der Golden Gate stocken auf Grund der Insolvenz. Aktuell scheint ein Verkauf des kompletten Objektes bevorzugt zu werden.
    • Seitens der Stadt Leipzig wurde noch kein positives Signal für die Nutzung als temporäre EAE gegeben.
    • Es steht allerdings fest, das die Einrichtung kommt, wenn Golden Gate und Stadt Leipzig zusagen. Alternativen bestehen keine. Sollte die temporäre Einrichtung nicht kommen, ist nur eine Containerlösung möglich.
    • Der Kauf des Objektes durch steht für die Verwaltung nicht zur Debatte.
  • Maximal 2 Jahre EAE, dann Unterkunft für Bundespolizei
    • Eine Nachnutzung durch die Stadt Leipzig ist aktuell nicht geplant.
    • Mit Inbetriebnahme der EAE in der Max-Liebermann-Straße wird die Einrichtung in Wiederitzsch geschlossen.
  • Falls die EAE kommt:
    • Max. 350 Asylsuchende
    • Eine feste Polizeistation mit 9 Beamten im 24h-Schichtbetrieb wird eingerichtet
    • Umfangreiche Betreuung durch die Malteser wird abgesichert
    • Nur der vordere Block wird genutzt. Alle anderen Mieter (auch die Polizei) sollen im Objekt bleiben

Zwischenmeldungen

  • Die Stadtverwaltung twittert gerade (18.11.2014 – 10:58 Uhr)

    Ob dies auf Kommunikationsproblemen beruht oder einseitig/beidseitig so gewollt ist, steht im Raum. Auch die Antworten auf Fragen der Wiederitzscher zur Nachnutzung zur Informationsveranstaltung sind somit nur noch schwer einzuordnen.

Pressestimmen

Mit ca. 1.000 Besuchern hinterlässt diese Veranstaltung natürlich auch Spuren in den lokalen Medien und auf vielen Blogs. Hier ist ein Überblick, in der Reihenfolge, wie ich diese gefunden oder auf diese Aufmerksam gemacht wurde:

Berichterstattung im Fernsehen

Videomitschnitt MDR Sachsenspiegel vom18.11.2014 19 Uhr

Danke

An dieser Stelle möchte ich allen heute vor Ort danken. Danke, dass 99,9% der Anwesenden sachlich mit dem Thema umgegangen sind, egal wie groß die eigenen Ängste und Befürchtungen waren. Danke, dass radikalem Gedankengut kein Raum gelassen wurde. Danke den Beteiligten, dass sie über 3h Rede und Antwort gestanden haben, egal wie unangenehm die Fragen waren. Danke dafür, das die Sorgen und Ängste der Wiederitzscher gehört und nach Dresden getragen werden.

Warum, Wieso, Weshalb.
Hier stehen die Hintergründe!

ehemaliges Bundeswehrkrankenhaus WiederitzschWird das ehemalige Bundeswehrkrankenhaus in Wiederitzsch zur Asylunterkunft? Das ehemalige Bundeswehrkrankenhaus in Leipzig-Wiederitzsch steht auf der Prüfliste des Freistaat Sachsen als potenzieller Standort für ein zeitweiliges Erstaufnahmelager für Asylsuchende. Im Laufe der letzten Tage haben sich die Informationen verdichtet, dass das Land Sachsen die Wiederitzscher vor vollendete Tatsachen stellen möchte: Eine dauerhafte Einrichtung mit mindestens 500 Asylsuchenden. Zu allen gesammelten Infos und Zur Diskussions …

Über Thomas Wagner 448 Artikel
Thomas Wagner ist der Gründer des Stadtteilmagazin "Wiederitzsch im Blick" und Ansprechpartner für alle Belange rund um dieses Magazin.

12 Kommentare

  1. Lieben besten Dank, Herr Wagner- für Ihre Plattform und Ihre schnellen und auch kommentatorisch immer sehr treffsicheren Zeilen!
    Und im allgemeinen: naja, ich finde es beinahe beschämend, wie von offizieller politischer Seite „jetzt“ reagiert wird: plötzlich soll der Polizeiapparat aufgestockt werden: gegen Drogenhandel und Kriminalität – das Thema wird seit Jahren vor sich hergetragen. Und die Stadtverwaltung äußert sich per Twitter heute vormittag, „die ‚bösen‘ „Dresdener“ hätten sie nicht für nötig erachtet – sie hätten aber „ganz doll gewollt“! Und nach diesem „Buschtrommeln“ zeigt nun auch die LVZ einige Druckerschwärze.. „Wirklich mutig“! Investigativer Journalismus sieht anders aus ;-). Man muss auch endlich mal zu den Fehltaten der fleißigen westdeutschen Aufbauhelfer Ost nun stehen: ein 90- Millionen teures Objekt ist aus (welchen Gründen auch immer) auf egoistisch widerlichste Art und Weise an die private Wirtschaft verschachert worden. Diesem Unternehmen ist in offensichtlicher Selbstüberschätzung die Immobilie über den Kopf gewachsen – und da hängt es jetzt in der Klemme: und dann soll es doch von wiederum Steuergeldern gekauft werden! Mit endlich wirklich sozialem !! Verantwortungsbewusstsein für eine gesellschaftlich progressive Entwicklung: Architekten und Bauingenieure her: das Gebäude/Gelände teilen in: Kita, Physio, ReHa, Abteilungen der BePo (an der Strasse) und Asylbewerberheim: für bedürftige Familien/ Verfolgte, welche dann -wenn sie möchten – hier integriert werden – das könnte ich mir recht gut vorstellen, da aktiv -in Person! – mitzuwirken in Beratung und Zusammenarbeit mit Hilfsorganisationen. Ich habe da schon Kontakte geknüpft . Keine 350 „unbekannten“ Neuankömmlinge (gemeint ist dann realistisch die Zahl mind. 500 ;-)) welche durch etwas Polizeiaufstockung mit den Anwohnern in Wort „befriedet“ werden -ohne „Containerloesung“! Versteht sich! Und überhaupt: Jetzt sind die Buerger aus Tschetschenien ausgeblieben? Oder: habe ich da etwas falschverstanden? Dieses Politkarussel geht einem waschechten „89 er“ , „angekommen“ allerdings, in der BRD“ an die Nerven. Und jetzt bitte keine Keulen von Links hinten und rechts außen! Ich möchte Diskussion und Chance auf Mitgestaltung! Beste Grüße!

  2. Meines Erachtens kann es nicht sachgerecht sein, ein Asyl Erstaufnahmelager dieser Größenordnung mitten in einem Wohngebiet, welches im Wesentlichen aus Einfamilienhäusern besteht, zu genehmigen. Die vielen Ängste der Menschen sind sicher nicht ganz unbegründet, sonst würde nicht eine dauerhafte Polizeistation dort errichtet. Daneben sehe ich das ganze aus wirtschaftlicher Sicht. Viele junge Familien haben für teures Geld, mit Grundstückspreisen von zum Teil mehr als 100 Euro/m2, dort gebaut. Die Genehmigung des Erstaufnahmelagers führt zu einer wirtschaftlichen Enteignung der Betroffenen. Ich würde den direkt betroffenen Anwohnern empfehlen, gegen die Umbaugenehmigung, sofern diese kommt, vor das Verwaltungsgericht zu ziehen. Meines Erachtens liegt eine Verletzung von Artikel 14 des Grundgesetzes vor, der das Eigentum garantiert. Nun noch ein Kommentar zu der Veranstaltung. Ich war persönlich anwesend und bin erschüttert, dass die betroffenen Menschen von der Politik bei der Entscheidungsfindung in keiner Weise einbezogen wurden. Das wirft ein ganz schräges Bild auf unsere Demokratie.

  3. Fr. Nagel war doch da. Und genügend Politiker aus Leipzig wussten doch Bescheid, nachdem vorher in den Medien von der anstehenden Veranstaltung die Rede war.

  4. Mir kommt der Brechreitz. Diese armen Leute kommen nicht aus Spass hierher.
    Sie möchten auch bloß, dass es Ihnen gut geht. Da ereifern sich die Wiederitzscher, dass Ihre Grundstücke, welche in den letzten Jahren um 30% von alleine im Wert gestiegen sind, vielleicht im Wert sinken??? Man denkt halt nur an
    sich und definitiv rassistisch. Die Kriminalität könnte steigen? Wieso?
    Es gibt in Leipzig keine nachgewiesene Asylantenkriminalität. Man sollte froh sein, dass nun auch dieser Stadtbezirk multikulturell wird und sich über die neuen Leipziger freuen und sie mit offenen Armen empfangen und unterstützen.

  5. @ Tim Toelke…ich reich Dir eine Tüte,dann darfst Du !
    Ja..ich denke nur an mich und die Wiederitzscher,weil wir für harte Arbeit uns ein wenig gute Lebensqualität ermöglichen !
    Es geht nicht darum die Hilfe zu verwehren,auch wird ein Erstaufnahmeflüchtling nicht gleich kriminell werden,sondern die Nachwehen sind es ! Persönlich glaube ich wenn es zu dem Heim kommt wird es für immer bleiben,warum sollte es für viele Steuergelder renoviert werden und nach ca. 5 Jahren wieder abzugeben ?….wäre ja Steuerverschwendung….dann ein festes Flüchtlingsheim…die Wiederitzscher werden es schon schlucken….und auf die Zeit gesehen….Eisenbahnstrassenverhältnisse…eventuell….ist ja Multikulti ! Mich nervt deine Ausage ,,Da ereifern sich die Wiederitzscher, dass Ihre Grundstücke, welche in den letzten Jahren um 30% von alleine im Wert gestiegen sind, vielleicht im Wert sinken??? “ Ich ereifere mich nicht ,sondern sage Nein…ich persönlich möchte das Heim nicht hier !

  6. @tim

    es mag für dich egoistisch oder rassistisch denken, aber ich gehe für mein Haus und Grundstück und die damit verbundenen Schulden hart arbeiten, ich kann hier nicht einfach wegziehen, wenn mir irgendetwas nicht gefällt, und ja, deswegen sage ich auch, mein Haus verliert an Wert und ich komme ohne Schulden zu machen nicht aus dieser Situation.
    Ich kann es einfach nicht mehr hören, das Menschen, die nicht hier leben, einfach daher sagen, lasst uns alle mit offenen Armen empfangen, Ängste sind begründet – siehe EAE Chemnitz…

  7. Leute keine Panik . Der Herr Merbitz hat am Montag gesagt es wird nichts passieren ( er wird wohl persönlich auf Wacht ziehen ). Allein uns fehlt der Glaube daran.

  8. Keine Panik Leute.Am Montag im Haus Auensee haben mehrere „VIPS“ gesagt es wird nichts passieren.Alles wird gut.Allein uns fehlt der Glaube daran.

  9. Hallo, wie wäre es mit dem Görlitzer Modell. Dies wurde im MDR Sachsenspiegel vom 21.11. vorgestellt. So sieht integration aus und nicht wo über 300-700 Menschen zentral untergebracht werden. Klar sind nicht alle kriminell, aber die es sind, brauchen wir in einem offenem Wohngebiet nicht. Anwohner, Nachbarn und auch Mitbürger akzeptieren die offenen Grundstücksgrenzen. Menschen, welche hier das “ Schlaraffenland“ im Gegensatz zu Ihrer verlassenen Heimat vorfinden, werden dies nicht ohne weiteres akzeptieren. Da kann schon mal nen Fahrrad fehlen, so die Aussage im Auensee. Das ist aber nicht auf „Ausländer“ zurückzuführen. Toleranz kann ich mit dieser Aussage nicht verknüpfen.

    Noch nen angenehmen Sonntag

    Reiner

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