Masterplan zur Weiterentwicklung der Verkehrsinfrastruktur im Umfeld des Flughafens Leipzig/Halle

Das Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr des Freistaat Sachsen hat den Masterplan zur Weiterentwicklung der Verkehrsinfrastruktur im Umfeld des Flughafens Leipzig/Halle vorgelegt.

Flughafen (Symbolbild, generiert mit DALL-E)
Flughafen (Symbolbild, generiert mit DALL-E)

Der Flughafen Leipzig/Halle plant einen Ausbau seiner Infrastrukturen für circa 500 Millionen Euro. Ziel ist es, die Flächen für Flugzeuge zu erweitern und damit den Luftfrachtverkehr und die ansässigen Frachtunternehmen zu unterstützen. Dieser Ausbau soll die Wirtschaft rund um den Flughafen und in Sachsen ankurbeln. Seit der Wiedervereinigung wurden bereits über 2 Milliarden Euro in die sächsischen Flughäfen Leipzig/Halle und Dresden investiert, wodurch sie sich erfolgreich im Markt etablieren konnten.

Der Flughafen Leipzig/Halle ist besonders wichtig für die Wirtschaft in Sachsen und hat sich zu einem der führenden europäischen Frachtdrehkreuze entwickelt. 2022 wurden dort 1,5 Millionen Tonnen Luftfracht abgefertigt. Am Flughafen arbeiten etwa 13.000 Menschen in rund 120 Unternehmen und Behörden.

Der Flughafen Leipzig/Halle ist eines der wichtigsten europäischen Frachtdrehkreuze und eine Erfolgsgeschichte für unser Land. Der Flughafen und die mit ihm verbundenen Unternehmen stehen für Arbeitsplätze, Wachstum und Wertschöpfung. Der geplante Flughafenausbau wird zu einer weiteren positiven wirtschaftlichen Entwicklung der Region rund um den Flughafen beitragen. Mit der Sonderfinanzierung unterstützt der Freistaat die Kommunen im Flughafenumfeld ganz gezielt bei der Verbesserung der verkehrlichen und sozialen Infrastruktur. Dies stärkt den Wirtschaftsstandort Sachsen und die Lebensqualität der Menschen vor Ort.Ministerpräsident Michael Kretschmer, CDU

Seit 2019 plant die Mitteldeutsche Flughafen AG die Erweiterung der Flugbetriebsflächen. Der Ausbau umfasst zusätzliche Parkpositionen für Flugzeuge, Rollwege, Abstellflächen und Versorgungseinrichtungen.

Mit der Entwicklung des Flughafens werden in den umliegenden Gemeinden sowohl der Personen- und Wirtschaftsverkehr als auch der Frachtverkehr zunehmen. Trotz der erwarteten Lärmbeeinträchtigungen unterstützt die sächsische Staatsregierung das Vorhaben. Als Ausgleich wurden im vorliegenden Masterplan Maßnahmen vorgelegt, die als Ausgleich dienen sollen.

Bis Ende Mai 2023 wurden in den Abstimmungsprozessen alle erforderlichen Informationen von den beteiligten Kommunen für den Masterplan gesammelt. Zusätzlich wurden die Verkehrsmodelle „Landesverkehrsmodell Sachsen“ und „Verkehrsmodell der Verkehrsplanerischen Machbarkeitsstudie Straßennetz Nordraum Leipzig“ genutzt, um die Grundlagenarbeit zu ergänzen.

Auf Basis dieser Informationen und nach Abschluss der Abstimmungsprozesse mit den Kommunen wurde eine Übersichtskarte für den Leipziger Nordraum erstellt und alle möglichen Maßnahmen bewertet.

Das komplette Dokument ist hier zu finden:
https://publikationen.sachsen.de/bdb/artikel/43260

Räumlicher Bezug zum Flughafen Leipzig/Halle

Bei der Beurteilung einer bestimmten Angelegenheit ist es wichtig, zu wissen, wie weit sie vom Flughafen Leipzig/Halle entfernt ist. Man schaut sich an, ob sie nah (weniger als 5 Kilometer), mittelweit (zwischen 5 und 10 Kilometern) oder weit weg (mehr als 10 Kilometer) ist. Auf einer Karte sind die verschiedenen Abstände gezeigt. Die Grenzen der Orte sind grün und die Entfernungen (5 und 10 Kilometer) sind rot markiert. Diese Einteilung wurde anhand von Forschung und Beispielen festgelegt.

abbildung2

Auf der Karte kann man gut sehen, dass der Leipziger Norden mit Breitenfeld, Lindenthal und Wiederitzsch im 10 km Radius liegt.

Lärmbetroffenheit durch den Flughafen Leizpig/Halle

Bei der Planung der Erweiterung des Flughafens Leipzig/Halle wird besonders darauf geachtet, wie stark die umliegenden Gemeinden vom Fluglärm betroffen sind. Die Karte zeigt, wie laut es jetzt ist. Je mehr eine Gemeinde vom Lärm betroffen ist, desto wichtiger ist es, Maßnahmen zu ergreifen, um die Belästigung für die Menschen dort zu verringern. Es gibt zwei wichtige Punkte, die dabei beachtet werden: Erstens, wie groß der Teil der Gemeinde ist, der vom Lärm betroffen ist, und zweitens, wie laut es in diesen Gebieten ist.

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Auf dieser Karte sieht man, dass mindestens Breitenfeld noch von nächtlichem Fluglärm belastet ist.

Auswirkung auf den zukünftigen Verkehr durch den Flughafen Halle/Leipzig

Um die Verkehrsentwicklung im Zusammenhang mit der Flughafenerweiterung in Sachsen bis 2030 zu verstehen, wird ein detailliertes Verkehrsmodell verwendet. Dieses Modell basiert auf umfassenden Daten zur Raumstruktur, dem Verkehrsverhalten und dem Verkehrsangebot. Dieses Modell berücksichtigt auch alle wichtigen Straßenbauprojekte, die bis 2030 in Sachsen geplant sind. Zusätzlich werden weitere Verkehrsänderungen in der Region in das Modell integriert.

Zur Bewertung von Maßnahmen, die mit dem Flughafen zusammenhängen, wird der Anteil der Verkehrsstärken, die zum oder vom Flughafen führen, betrachtet. Eine Maßnahme, die einen hohen Anteil an diesen Verkehrsstärken hat, wird höher bewertet als eine mit niedrigerem Anteil.

abbildung7

Auch hier sieht man deutlich, wie der Flughafen den Verkehr der Autobahnen, aber auch der Straßen in die Stadt über den Leipziger Norden beeinflusst.

Maßnahmen für den Leipziger Norden

Neben den oben benannten Punkten sind für die Maßnahmen auch folgende Punkte relevant gewesen: Umweltschutz, Verkehrssicherheit, Flächenverbrauch, (zeitliche) Realisierbarkeit und Kosten. Diese Faktoren wurden gleichverteilt bewertet und nahezu gleich gewichtet. Nur Verkehrswirksamkeit und Verkehrssicherheit wurden niedriger gewichtet.

Die Maßnahmen wurden also vor allem nach Nähe zum Flughafen, Umweltverträglichkeit, zeitlicher Realisierbarkeit und Kosten ausgewählt.

Was bekommt der Leipziger Norden

Machen wir es kurz.

NICHTS!

Natürlich gibt es 3 kleinere Projekte:

  • Ausbau der Poststraße von Porschestraße bis Staatsstraße
  • Staatsstraße 8, Radefelder Allee
  • Knotenpunkt B6 / KV-Terminal

Alles 3 sind Straßenausbauprojekte. Sie sorgen dafür, dass mehr Verkehr besser fließen kann. Durch Breitenfeld, Lindenthal, Wiederitzsch.

Während andere Regionen neue Rad- und Gehwege bekommen, bleibt für den Norden nichts. Aber auch die fehlenden Radwege beeinträchtigen nicht die Lebensqualität, sondern der Flughafen beeinträchtigt die Lebensqualität.

Eine Reduzierung von Flug- und Verkehrslärm kommt im Konzept kaum zum tragen. Schon gar nicht für den Leipziger Norden. Dies widerspricht massiv den Wahlversprechen und dem Koalitionsvertrag zwischen CDU, Grüne und SPD auf Landesebene. Gleichzeitig ist der Freistaat ist Haupt- und Mehrheitsgesellschafter der Mitteldeutschen Flughafen AG, deren Tochtergesellschaft Flughafen Leipzig/Halle GmbH.

Bert Sander, ein Sprecher der Grünen in Leipzig, kritisiert die Unterstützung der lokalen Politik für den Ausbau des Flughafens Leipzig/Halle. Er sagt, dass die Politik die Anwohner im Stich lässt, indem sie mit Steuergeldern Zustimmung für den Ausbau, hauptsächlich für DHL, erkauft. Als Beispiel nennt er eine geplante Schwimmhalle in Schkeuditz, die 25 Millionen Euro kostet, aber die Anwohner nicht vor dem Lärm der nächtlichen Flüge schützt. Sander betont, dass solche Infrastrukturprojekte nicht mit dem Flughafenausbau in Verbindung gebracht werden sollten. Er kritisiert auch, dass ein 45-Millionen-Euro-Deal keine wirklichen Schutzmaßnahmen gegen Fluglärm und Emissionen wie Feinstaub vorsieht. Laut Sander zeigen diese Entwicklungen, dass wirtschaftliche Interessen in Sachsen wichtiger sind als Gesundheits- und Klimaschutz. Er meint, dass die großen Geldsummen einige lokale Amtsträger beeinflusst haben, während die betroffenen Bürger unter Schlafmangel leiden.

Wirtschafts- und Verkehrsminister Martin Dulig behauptet, dass die Maßnahmen die Lebensqualität in den betroffenen Kommunen steigern und das Verkehrsnetz bedarfsgerecht anpassen sollen. Trotz der offiziellen Erklärung, dass es um die Verbesserung der Lebensqualität geht, scheint der eigentliche Fokus auf der Verbesserung der Straßen zum Flughafen zu liegen, um die Logistik effizienter zu gestalten.

Die Entwicklung am und rund um den Flughafen Leipzig/Halle ist von großem Interesse für den Freistaat Sachsen. Gleichzeitig ist der Flughafen auch eine Belastung, insbesondere für Anwohnerinnen und Anwohner. Die Umsetzung von Lärm- und Umweltschutzmaßnahmen ist daher ein wichtiger Teil unserer Strategie. Die jetzt festgelegten Maßnahmen sollen in den betroffenen Kommunen zu einer Steigerung der Lebensqualität und zu einer bedarfsgerechten Anpassung des Verkehrsnetzes beitragen.Wirtschafts- und Verkehrsminister Martin Dulig, SPD

Von diesem Straßenausbau profitieren nicht die Kommunen und deren Anwohner, sondern vor allem die Logistikunternehmen am Flughafen.

Über Thomas Wagner 600 Artikel
Thomas Wagner ist der Gründer des Stadtteilmagazin "Wiederitzsch im Blick" und Ansprechpartner für alle Belange rund um dieses Magazin.

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