Olbrichtkaserne in Leipzig wird Notunterkunft für Asylsuchende

Die Landesdirektion Sachsen wird – beginnend voraussichtlich ab dem bevorstehenden Wochenende – Asylbewerber vorübergehend in der Turnhalle der General-Olbricht-Kaserne im Norden Leipzigs unterbringen. Insgesamt sollen bis zu 200 Asylbewerber in dieser Notunterkunft ein Quartier erhalten.

Gegenwärtig werden am Unterbringungsort die erforderliche soziale und medizinische Betreuung, der Wachdienst sowie die Verpflegung für neu ankommende Asylbewerber vorbereitet. Als Betreuer vor Ort wird die Johanniter Unfallhilfe aktiv werden.

Hintergrund der neuen Notunterbringung in Leipzig ist der weiter unverändert hohe Zustrom von Asylbewerbern nach Sachsen. Die augenblicklich verfügbaren Kapazitäten der Erstaufnahmeeinrichtung sind weitgehend ausgelastet und für das bevorstehende Wochenende ist wieder mit dem Eintreffen von mehreren hundert neuen Asylbewerbern zu rechnen. Zur Vermeidung von Obdachlosigkeit nimmt die Landesdirektion Sachsen daher die von der Bundeswehr angebotene Unterbringungsmöglichkeit im Leipziger Kasernenareal in Anspruch.

Bis Ende September hat der Freistaat Sachsen im laufenden Jahr bereits 27.500 Asylbewerber neu aufgenommen, im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 3800. In den letzten Wochen hat sich die Dynamik des Zugangs noch einmal deutlich erhöht. Allein im September sind etwa 8.000 neue Asylbewerber nach Sachsen gekommen. Die Erstaufnahmeeinrichtung ist derzeit mit mehr als 12.000 Asylbewerbern belegt.

Landesdirektion Sachsen

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Über Thomas Wagner 505 Artikel
Thomas Wagner ist der Gründer des Stadtteilmagazin "Wiederitzsch im Blick" und Ansprechpartner für alle Belange rund um dieses Magazin.

8 Kommentare

  1. Sehr geehrter Herr Wagner,
    meinen Sie immer noch, dass sich unsere Sicherheitslage nicht verändert hat? Dann schauen Sie sich den folgenden Link an:

    [Link durch Administrator entfernt]

    Jetzt noch Immigranten in einer aktiven Kaserne unterzubringen halte ich für absolut undurchdacht. Die Sicherheit der Bevölkerung sollte doch eher im Mittelpunkt stehen. Immerhin befinden sich auch Waffen und Munition dort. Fehlt jetzt nur noch das BWK als Erstaufnahmeeinrichtung bei uns in Wiederitzsch!

    • Hallo Dirk,

      Links auf die „Deutschen-Wirtschafts-Nachrichten“ wird es von dieser Seite aus nicht geben. Ganz grundsätzlich. Wieso und weshalb, können Sie hier nachlesen:
      netzpolitik.org/deutsche-wirtschafts-nachrichten/.

      Die Unterbringung in Kasernen halte auch ich für nicht durchdacht. Das trifft aber auch für die Unterbringung in Masseneinrichtungen wie Messehallen und Sporthallen zu. Leider fehlt es der Verwaltung an Reaktionsschnelligkeit und Möglichkeit diese Situation entsprechend der aktuellen Lage zu bewältigen.

      Und wie wir alle wissen, steht das ehemalige Bundeswehrkrankenhaus immer noch auf der Liste von Objekten, die die Stadt Leipzig aktuell prüft. OBM Jung hat ja schon ein Auge auf die ehemaligen Schwesternheime. Dies hatte ich schon im August auf WiB thematisiert (zum Artikel).

      Nehmen wir doch mal den Fall an, dass die Stadt Leipzig das Land Sachsen überzeugt, das ehemalige BWK aus der Insolvenz zu kaufen (Geld fließt ja gerade vom Bund), dann könnten wir wieder mit der Situation wie letzes Jahr konfrontiert werden. Das Land geht in den vorderen Teil (egal ob da letztes Jahr der Brandschutz passte oder nicht) und die Stadt in den hinteren Teil. Keine schöne Aussicht, aber eine nahe liegende.

  2. Hallo Thomas,
    ich finde es schade, dass Du meinen seriösen Link entfernt hast, da es eine Situationsbeschreibung der Polizeigewerkschaft war, die Du sicherlich auch als seriöse Quelle siehst. Daher nochmal ein Link (allerdings in verkürzter Form) dazu auf n-tv:
    http://n-tv.de/politik/Polizei-beklagt-Gewalt-unter-Migranten-article16059966.html
    Ich denke zu einer Demokratie gehört nicht nur Meinungsfreiheit, sondern auch das Recht auf offenen Informationsaustausch. Die Zurückbehaltung oder Dementierung von Informationen führt nur zu weiterer Verunsicherung und zu einer Spaltung der Gesellschaft, was es zu verhindern gilt. Fakt ist, das es bereits reicht, ein ganzes Wohngebiet zu verunsichern, wenn nur 5 oder 10 Prozent der Immigranten sich nicht an unsere Gesetze halten. Zahlreiche Missbrauchs- und Gewaltakte innerhalb der Einrichtungen werden nach Angaben der Polizeigewerkschaft gegenüber Frauen und Kindern verübt, die eigentlich besonders schützenswert wären. Aus meiner Sicht verhält sich ein nicht unwesentlicher Teil der jungen männlichen Immigranten nicht wie Flüchtlinge! Und ich meine auch wir müssen alles versuchen, um eine Unterbringung im BWK zu verhindern. Notfalls muss dafür auch ein Antrag auf Dauerdemonstrationsrecht oder die Gründung einer Bürgerwehr in Erwägung gezogen werden.

    • „Deutschen-Wirtschafts-Nachrichten“ != seriös. Mir geht es in keinster Weise um Zurückhalten von Meinungen. Diese sind ja überall öffentlich nachlesbar. Von der Polizei, von einzelnen Beamten, etc. Allerdings sind die DWN eben keine seriöse Quelle.

      „Zahlreiche Missbrauchs- und Gewaltakte innerhalb der Einrichtungen werden nach Angaben der Polizeigewerkschaft gegenüber Frauen und Kindern verübt, die eigentlich besonders schützenswert wären.“ Hierfür hätte ich gerne Beweise.

      „Aus meiner Sicht verhält sich ein nicht unwesentlicher Teil der jungen männlichen Immigranten nicht wie Flüchtlinge!“
      Auch hier würde ich gerne wissen, wie viele ein „nicht unwesentlicher Teil“ ist.

      Aktuell stellen Sie eine komplette Gruppe von Menschen unter Generalverdacht. Dies würde ich gerne vermeiden.

  3. https://mopo24.de/nachrichten/bundeswehr-anuriniert-sexuelle-uebergriffe-zustaende-erfurter-messehalle-15195
    —-
    Sehr geehrter Herr Wagner,

    als wissbegieriger und eifriger Sichter der (sächsischen) Haupt-Medien dürfte Ihnen der o . a. Artikel doch nicht entgangen sein, oder?
    —–
    „Aktuell stellen Sie eine komplette Gruppe von Menschen unter Generalverdacht. Dies würde ich gerne vermeiden.“ (Zitatende)

    Nun, was ist denn eine „komplette Gruppe von Menschen“? Bitte definieren Sie, was Sie damit meinen. Nach meinem Verständnis stellt Ihr Vorredner eben gerade nicht die komplette Gruppe unter Generalverdacht.
    —-
    Ich wünsche allen noch einen schönen Abend am Tag der Deutschen Einheit. Vor 25 Jahren erhofften sich viele DDR-BÜRGER endlich das Recht auf freie Meinungsäußerung und das Recht auf freies Reisen und Freiheit innerhalb einer demokratisch friedlichen Grundordnung.

    • Diese Artikel kenne ich. Die Echtheit des Briefes wurde bis heute nur in der Mopo als echt bestätigt. Meine (und die Nachfragen vieler anderer Medien) ergaben, dass die Bundeswehr das intern prüft. Dies gibt auch die MoPo selber in ihrem Update unter dem Artikel zu. Im journalistischen Sinn ist eine Quelle nur akzeptabel, wenn Sie mehr als eine Bestätigung hat. Dies ist hier leider nicht. Darüber hinaus ist der Brief in einem Sprachstil geschrieben, der weder für einen Arzt, noch für einen Offizier im Militär typisch ist. Somit würde ich hier sehr vorsichtig sein.

      Zum zweiten Punkt:
      „Aus meiner Sicht verhält sich ein nicht unwesentlicher Teil der jungen männlichen Immigranten nicht wie Flüchtlinge!“ war die Aussage. Dies ist eine pauschale Vorverurteilung einer ganzen Gruppe.

  4. Sehr geehrter Herr Wagner,
    ich hätte folgende Fragen direkt an Sie:
    Haben Sie journalistisch recherchiert (anonyme Befragung von Betroffenen bzw. Mitarbeitern wäre hier angebracht):
    1. das es nicht stimmen soll, das die Asylbewerber in den Läden viele Sache einfach nicht bezahlen und die Mitarbeiter diese nicht aufhalten sollen bzw bis 75 Euro keine Anzeige erfolgt und damit keine statistische Erfassung (dies zum Thema Generalverdacht, auch wenn man es den Menschen grundsätzlich ja nicht verübeln kann, da Sie im Zweifel das erste Mal in ihrem Leben absoluten Überfluss in den Geschäften sehen),
    2. das die Läden die Schäden vom Staat ersetzt bekommen, wenn Sie dazu Einzelaufzeichnungen führen,
    3. was ist Ihre Meinung, warum die Medien bisher eine relativ einseitige (positive) Berichterstattung zum Thema machen, findet hier ggf Zensur statt,
    4. wurde auch Ihnen von der Landesdirektion (wie anderen kleinen regionalen Medien) nahegelegt kritische Beiträge zu unterlassen?

    • Hallo Dirk,

      ich versuche mal auf Ihre Fragen einzugehen und nehme den Globus Leipzig als Vorbild. Bitte verstehen Sie, dass ich nicht jedem eventuell stattfindenden Ladendiebstahl nachgehe. Vor kurzer Zeit, gab es das Gerücht, dass der Globus an der Neuen Messe von Asylsuchenden aus der Messe Halle 4 ausgeraubt wurde, beziehungsweise, dass hier regelmäßig durch Asylsuchende gestohlen wird (Zum Artikel).

      Im Rahmen dieser Gerüche (oder nennen wir es Lügen?) habe ich mir sehr viel Mühe gemacht um den Vorfall aufzuklären. Noch bevor alle anderen Zeitungen dies aufgriffen, konnte man schon hier lesen, dass es ein Falschmeldung war. Um an diese Informationen zu kommen, habe ich mit vielen Menschen gesprochen. Per Telefon, persönlich oder per E-Mail. Darüber hinaus war ich auch extra vor Ort! Unter den Leuten mit denen ich gesprochen habe waren einfache Verkäufer und Kassiererinnen, aber auch Abteilungsleiter, bis hin zu den offiziellen Firmensprechern.

      Somit kann ich für diesen Fall Ihre Fragen sehr gut beantworten:

      zu 1)
      Die Aussage dass Asylanten viele Sachen einfach nicht bezahlen (oder auf gut deutsch „klauen“) stimmt nicht. Dies wurde mir mehrfach persönlich auf vielen Ebenen bestätigt. Somit gibt es auch keinen Grund Anzeigen zu erstatten. Darüber hinaus werden im Globus, Medimax und Aldi alle Ladendiebstähle angezeigt. Unabhängig von der Herkunft der Person.

      zu 2)
      Diese Aussage ist mir neu und steht diametral im Gegensatz zu allen Gesprächen die ich geführt habe. Können Sie das mit Quellen belegen?

      zu 3)
      Nein. Es findet keine Zensur statt. Dies wäre auch nahezu unmöglich, da sich Tatsachen heute über soziale Medien und ähnliche Kanäle schnell verbreiten. Leider verbreiten sich Lügen über diese Kanäle noch viel schneller.

      zu 4)
      Nein. Mir wurde von niemanden nahe gelegt, kritische Beiträge zu unterlassen. Ganz im Gegenteil. Ich erhalte auf so gut wie jede Anfrage seitens der Landesdirektion schnell Auskunft. Die einzigen Informationsengpässe gibt es, wenn ich solchen Gerüchten (wie von Ihnen unter 2 dargestellt) nachgehe. Hierfür sind dann leider nie Quellen, Zeugen, Beweise oder ähnliches zu finden. Ich gehe auch davon aus, dass Sie mir keinen Kontakt zu einem der „anderen kleinen regionalen Medien“ machen können, damit ich diese Fragen kann, welche kritischen Beiträge diese zu unterlassen haben?

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