Polizeieinsatz am P&R Wiederitzsch (28.09.2016)

Nachmeldung zur Bedrohungslage im IC nach Berlin

Tatverdächtiger in ärztlicher Behandlung – vorläufige Festnahme aufgehoben

Die nach dem gestrigen Polizeieinsatz an dem IC der Deutschen Bahn AG durchgeführten weiteren Ermittlungen haben bislang keine Erkenntnisse ergeben, dass der Beschuldigte tatsächlich beabsichtigte, im Zug eine Explosion herbeizuführen. Weder bei ihm noch im Zug wurden dafür geeignete Gegenstände gefunden.

Das auffällige, zum Teil als aggressiv und verwirrt beschriebene Verhalten des 41-Jährigen und dessen einzelne Äußerungen hatten im Zusammenhang nach außen für Personen in seiner unmittelbaren Nähe den Eindruck einer ernsthaften Bedrohungslage erweckt, welcher durch einen großangelegten Polizeieinsatz begegnet wurde.

Der 41-Jährige war gestern Nachmittag zunächst nach Verlassen des Zugs durch Einsatzkräfte der Polizei vorläufig festgenommen worden. Da er aufgrund seiner gesundheitlichen Verfassung durch einen Arzt als nicht vernehmungs- und gewahrsamsfähig eingeschätzt worden war, erfolgte sodann die Einweisung zu einer stationären, fachärztlichen Behandlung.

Die Staatsanwaltschaft hat am Donnerstag nach Prüfung der bisher vorliegenden Erkenntnisse das Vorliegen der Voraussetzungen für den Erlass eines Haftbefehls oder eines Unterbringungsbefehls verneint und die Aufhebung der vorläufigen Festnahme angeordnet.

Die Ermittlungen dauern an.

Polizeimeldung zum Vorfall – Bedrohungslage im IC nach Berlin

Zeit 28.09.2016, gegen 11:32 Uhr
Ort Leipzig, Messe-Allee, Messebahnhof

Der IC 2302 München – Berlin kam heute nicht planmäßig 12:30 Uhr im Berliner Hauptbahnhof „Tief“ an.

Ein Fahrgast (41) verlor während einer Fahrkartenkontrolle seine Beherrschung und drohte, den IC in die Luft zu sprengen. Obgleich Passagiere die Notbremse zogen, fuhr der Zugführer den IC noch in den nahegelegenen Leipziger „Messebahnhof“, um die Evakuierung der ca. 350 Fahrgäste zu ermöglichen. Indes trennte das Begleitpersonal den 41-Jährigen, der seit den Morgenstunden von seinen Familienangehörigen als vermisst gemeldet worden war, von den übrigen Reisenden und hielt ihn im hinteren Zugabteil fest.

Umgehend erfolgte die Information über das Geschehene an die Bundespolizei und das Führungs- und Lagezentrum der Polizeidirektion Leipzig, welche daraufhin umgehend den Aufbau eines Führungsstabes sowie einen weiträumigen Sperrkreis um den „Messebahnhof“ veranlasste. Letzterer führte in der Folge zu nicht unerheblichen Beeinträchtigungen des Straßenverkehrs im Umfeld des Bahnhofs.

Die Lage wurde also von Anbeginn als ernsthaft eingeschätzt, insbesondere da Informationen vorlagen, wonach der 41-Jährige beim Einsteigen am Leipziger Hauptbahnhof mehrere Gegenstände unter der Oberbekleidung trug und auf die Fahrgäste verwirrt wirkte.

Zur Bewältigung wurden neben weiteren Einsatzkräften der Polizeidirektion auch Spezialkräfte wie das SEK, die Verhandlungsgruppe und die USBV-Gruppe vom LKA angefordert.

Aufgrund der durch die Polizei kontrollierten Situation bestand vor Ort keine Gefahr für Unbeteiligte und der Versuch der Kontaktaufnahme mit dem 41-Jährigen konnte ohne Zeitdruck erfolgen. Schließlich gelang es über nonverbale Kommunikation und später auch über Telefon, dem Mann die Bedingungen seiner Aufgabe, die er bereits signalisiert hatte, mitzuteilen. Zu diesen Bedingungen gehörten aufgrund polizeilicher Vorkenntnisse, sich der Oberbekleidung zu entledigen und anschließend zu einer Waggontür zu begeben. Dort wurde er von Spezialkräften empfangen und vorläufig festgenommen.

Anschließend durchsuchte ein Suchhund die Abteile des IC nach Sprengstoff und sonstigen Waffen, wurde aber nicht fündig. Daraufhin und nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen (gegen 18:30 Uhr) konnte der Zug wieder freigegeben und der auf dieser Strecke seit Stunden stark eingeschränkte Zugverkehr wieder regulär aufgenommen werden.

Der 41-Jährige indes wird nachfolgend dem Haftrichter vorgeführt, da gegen ihn der dringende Tatverdacht der Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten besteht. Parallel erfolgt seine medizinische Betreuung. (MB)


Stand 17:30 Uhr

Der aggressive Fahrgast im gestoppten IC von Leipzig nach Berlin ist festgenommen worden. Es handele sich um einen 41-Jährigen, sagte Polizeisprecher Andreas Loepki. Der Mann habe freiwillig aufgegeben.

Bei dem 41-Jährigen Fahrgast wird von psychische Problemen ausgegangen. Die Begutachtung durch einen Arzt ist eingeleitet, eine Unterbringung in der Psychiatrie wahrscheinlich.

„Insofern erklärt sich sein Handeln wohl aus seinem geistigen Zustand“, so Polizeisprecher Andreas Loepki gegenüber dem mdr.

Der Zug wurde mittlerweile mit einem Sprengstoffspürhund durchsucht. Sprengstoff wurde nicht gefunden.

Stand 16:30 Uhr

Große Erleichterung am Bahnhof Leipzig „Neue Messe“. Lage ist gelöst. Täter wurde festgenommen.

Stand 15:45 Uhr

Die Polizei versucht den Eingesperrten zum freiwilligen Verlassen des Zugs zu veranlassen. Hierbei kommen Spezialisten der Verhandlungsgruppe der Polizei zum Einsatz. Ein Terrorverdacht bestehe nicht, betonte die Polizei.

Stand: 12:00 Uhr

Polizeieinsatz in Wiederitzsch: Am Haltepunkt „Neue Messe“ der Deutschen Bahn rastet Fahrgast aus – Zug wurde evakuiert.

Aktuell werden die Personalien aller Passagiere am P&R Wiederitzsch aufgenommen und dann durch 2 Sonderbahnen der LVB weiter in Richtung Bahnhof gefahren.

Die über Twitter gemeldete Bombendrohung wird von der Polizei vor Ort aktuell nicht bestätigt.

Aufgrund der polizeilichen Ermittlung ist derzeit der Bahnhof Leipzig-Messe gesperrt. Es kommt zu Verspätungen und Ausfällen. Betroffen sind die S-Bahnen der Linie S1, S5 und S5X. Laut Bahn wurde einen IC (IC2302 (Leipzig-Berlin)) auf dem Weg von München nach Berlin um 11.48 Uhr gestoppt und anschließend am Bahnhof „Messe Leipzig“ in Wiederitzsch geräumt. Das Gelände ist großräumig abgesperrt.

Die Tram 16 fährt wegen der Sperrung nur bis und ab Krankenhaus St.-Georg. Einsatz von SEV über Messeallee. Bus 86 fährt nur bis und ab Messegelände!

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Der Polizeiticker Wiederitzsch veröffentlicht Pressemeldungen der Polizeidirektion Leipzig (Dimitroffstr. 1, 04107 Leipzig), der Bereitschaftspolizei Leipzig (Dübener Landstraße 4, 04127 Leipzig).

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